Teil eines Werkes 
3. Theil (1823)
Entstehung
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Sie ſchwieg und ward leichenblaß.

Und ſo muͤßten wir ſcheiden? ſprach Johan⸗ na. Und Du in Todesgefahr? O Effie, ſieh nur auf, und ſage mir, was ſoll ich thun, und ich koͤnnte faſt den Muth in meinem Herzen fin⸗ den, zu ſagen, daß ich's wollte.

Nein, Johanna, erwiderte Euphemia, ſich ſelbſt bezwingend. Ich habe mich eines beſſern beſonnen. In meiner beßten Zeit war ich nicht halb ſo gut als Du, und warum ſollteſt Du an⸗ fangen, Dich ſchlechter zu machen, um mich zu retten, jetzt da ich der Rettung nicht werth bin? Gott weiß es, wenn ich ruhig uͤberlegen kann, wuͤnſche ich nicht, daß irgend Jemand etwas Unrechtes thaͤte, um mein Leben zu retten. Ich haͤtte in jener furchtbaren Nacht aus dieſem Ge⸗ faͤngniſſe entfliehen koͤnnen mit Jemanden, der mich durch die Welt gebracht haͤtte, und mir Freund und Beſchuͤtzer geweſen waͤre. Aber ich ſagte, mag das Leben dahin gehen, wenn der gute Ruf vorher davon gegangen iſt. Doch dieſe lange Gefangenſchaft hat meinen Muth gebro⸗ chen, und wenn ich zuweilen mit meinem Leid allein bin, moͤchte ich alles Gold und alle De⸗ manten Indiens fuͤr Leben und Athem geben.