Teil eines Werkes 
3. Theil (1823)
Entstehung
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Du weißt ja, wir muͤſſen unſern Feinden verzeihen, ſprach die arme Euphemia mit ſchuͤch⸗ ternem Blicke und halblauter Stimme. Ihr Ge⸗ wiſſen ſagte ihr, wie die Gefuͤhle, womit ſie noch immer ihren Verfuͤhrer betrachtete, ſo ganz an⸗ ders waͤren, als die chriſtliche Nachſicht, worun⸗ ter ſie dieſelben zu verſchleiern ſuchte.

Und Ou haſt alles dieß um ſeinetwillen ge⸗ litten, und kannſt doch noch daran denken, ihn zu lieben? ſprach Johanna mit einem Tone, der zwiſchen Mitleid und Tadel ſchwankte.

Ihn lieben? erwiderte Effie. Häͤtte ich nicht geliebt, wie ſelten ein Weib liebt, ſo waͤre ich heute nicht in dieſen Mauern. Und denkſt Du, eine Liebe, wie die meinige, ließe ſich leicht vergeſſen? Nein, nein— Du kannſt den Baum umhauen, nicht aber ſeinen Wuchs aͤndern— O Johanna, willſt Du mir Gutes erzeigen in dieſem Augenblicke, ſo ſage mir jedes Wort, das er ſprach, ſage mir, ob er die arme Effie be⸗ klagte, oder nicht.

Was brauche ich Dir etwas davon zu ſagen? ſprach Johanna. Glaube mir, er hatte genug zu thun, ſich ſelber zu retten, und hatte nicht Zeit, lange oder viel von ſonſt Jemanden zu ſprechen.