19 Du biſt krank, Effie— waren Johanna's erſte Worte: Du biſt ſehr krank.
O was gaͤb' ich darum, waͤre ich noch zehn⸗ mal ſchlimmer, Johanna! erwiderte ſie. Was gaͤb' ich darum, wenn ich leichenkalt waͤre, ehe morgen die Glocke zehn geſchlagen! Und unſer Vater— Aber ich bin nicht mehr ſein Kind. O ich habe keinen Freund mehr in dieſer Welt! O laͤg' ich doch todt neben meiner Mutter auf dem Kirchhofe!
Ei, mein Kind! fiel Ratcliffe ein, um die Theilnahme auszuſprechen, die er fuͤhlte: laß nur nicht den Muth ſo ganz ſinken! Es iſt man⸗ cher Fuchs gejagt worden und doch nicht gefallen. Advokat Rechneviel hat wohl Manchen aus ſchlimmern Haͤndein gezogen, als dieſer iſt, und Niemand weiß es ſo pfiffig anzufangen, um's zu einer Begnadigung zu bringen, als Herr No⸗ vit. Gehaͤngt oder ungehaͤngt, wer einen ſolchen Anwalt zum Rechtsfreund hat, der hat's gut; man weiß wenigſtens, daß es ehrlich zugeht. Und Ihr ſeid ein huͤbſches Kind dazu, wenn Ihr nur eure Haare ein bischen aufſtecken wolltet, und ein huͤbſches Kind wird Gnade bei Richter und Geſchworenen finden, wogegen ſie einen al⸗
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