Teil eines Werkes 
3. Theil (1823)
Entstehung
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als er ſichtbar geworden. Die beiden Schwe⸗ ſtern gingen zu einem Strohlager, ſetzten ſich neben einander, faßten ſich bei den Haͤnden und ſahen ſich ins Geſicht, ohne ein Wort zu ſagen. Sie blieben eine Minute in dieſer Stellung, waͤhrend der Strahl der Freude allmaͤhlich aus ihren Zuͤgen verſchwand, und dem innigſten Ausdrucke der Schwermuth und dann des Schmerzes wich, bis ſie endlich, noch einmahl ſich umarmend, bitterlich zu weinen anfingen. Selbſt der hartherzige Schließer, der ſein Le⸗ ben unter Auftritten hingebracht hatte, die Ge⸗ wiſſen und Gefuͤhl erſticken mußten, konnte die⸗ ſes Schauſpiel nicht anſehen, ohne von Mitge⸗ fuͤhl bewegt zu werden. Dieſe Regung zeigte ſich in einer unbedeutenden Handlung, die aber mehr Zartgefuͤhl verrieth, als man von Ratclif⸗ fe's Sinnesart und Stand haͤtte erwarten koͤn⸗ nen. Das Fenſter ohne Glasſcheiben in dem armſeligen Gemache ſtand offen und die Strah⸗ len der hellen Sonne fielen gerade auf das Bett, wo die Dulderinnen ſaßen. Mit einer Freund⸗ lichkeit, die an Ehrerbietung graͤnzte, verſchloß Ratecliffe das Fenſter zum Theil, und ſo warf er gleichſam einen Schleier uͤber den ſchmerzlichen Auftritt.