195 Sattelbaum waͤre, zu horchen, daß er nicht viel Zeit mehr hatte, umſtaͤndlich von den Gefahren des uͤppigen Lebens, der Geſellſchaften und der gemiſchten Taͤnze zu reden, welchen Euphemia in ihrem Alter wohl mehr ausgeſetzt zu ſein ſchien, als der Gefahr, ihren Glauben durch Irrlehren zu verderben.
Johanna's Gefuͤhle bei der Trennung von ih⸗ rer Schweſter waren zwiſchen Kummer, Beſorg⸗ niß und Hoffnung getheilt. Sie konnte nicht ſo ſehr, als ihr Vater, auf Euphemia's Klugheit vertrauen, da ſie ihre Schweſter genauer beobach⸗ tet hatte, die Gefuͤhle derſelben beſſer zu theilen, und die Gefahren, welche dem Maͤdchen droh⸗ ten, genauer zu ſchaͤtzen vermochte. Dagegen aber war Frau Sattelbaum eine ſcharfſichtige, kluge und ſorgſame Frau, die uͤber Euphemia die volle Gewalt einer Gebieterinn ausuͤben durfte, und vermuthlich mit Strenge, aber auch mit Guͤte, ihr Anſehn geltend machen wollte. Jo⸗ hanna glaubte auch darauf rechnen zu koͤnnen, daß der Aufenthalt in Sattelbaum's Hauſe ei⸗ nige unnüͤtze Bekanntſchaften abbrechen werde, die ihre Schweſter, wie ſie argwohnte, in der be⸗ nachbarten Vorſtadt angeknuͤpft hatte. Euphe⸗
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