157 gang der Liebewerbung des Gutsherrn unerträg⸗ lich, da ſie den verſtaͤndigen Schluß zog, daß die Braut des Edelmannes nicht eben einer ſonder⸗ lichen Mitgift beduͤrfe, und daher der groͤßte Theil des vaͤterlichen Vermoͤgens dem Kinde der zweiten Ehe zufallen werde. Andre Stiefmuͤtter haben minder loͤbliche Mitte! verſucht, ihren ei⸗ genen Kindern den Weg zur Erbſchaft zu bah⸗ nen, aber man muß zum gerechten Ruhme der Frau Rebecka ſagen, ſie ſuchte den Vortheil der kleinen Effie nur dadurch zu erlangen, daß ſie die Erhoͤhung der aͤltern Schweſter, oder was nach der allgemeinen Meinung dafuͤr gelten mußte, zu befoͤrdern ſtrebte. Sie verſuchte jehen weib⸗ lichen Kunſtgriff, den ihre geringe Erfahrung ihr an die Hand gab, um den Gutsherrn zu einer Erklaͤrung zu bringen, ſah aber zu ihrer Demuͤ⸗ thigung, daß ſie durch ihre Bemuͤhungen, wie es einem ungeſchickten Angler begegnet, die Fo⸗ relle nur verſcheuchte, auf welche ſie es abgeſehen hatte. Bei einer Gelegenheit beſonders, als ſie dem Gutsherrn mit ſcherzenden Worten vorſtell⸗ te, wie ſchicklich es ſein wuͤrde, dem Hauſe Dum⸗ biedikes eine Gebieterinn zu geben, war er ſo be⸗
troffen, daß weder der Treſſenhut, noch die Ta⸗


