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An das Stadtgefaͤngniß von Edinburgh ſtoͤßt
eine der drei Kirchen, worin die Aegidius Stifts⸗ kirche in neuern Zeiten getheilt wurde, und heißt, dieſer Nachbarſchaft wegen, die Gefaͤngnißkirche. Die zum Tode verurtheilten Verbrecher wurden, nach hergebrachter Sitte, am Sonntage vor ih⸗ rer Hinrichtung unter hinlaͤnglicher Bewachung hieher gebracht, um dem oͤffentlichen Gottes⸗ dienſte beizuwohnen. Man glaubte, daß in den Herzen dieſer Ungluͤcklichen, wie verhaͤrtet ſie auch vorher gegen andaͤchtige Regungen geweſen ſein moͤchten, ſolche Gefuͤhle erwachen muͤßten, wenn ſie ihre Gedanken und Stimmen zum Letztenmahl mit ihren Mitmenſchen zu ihrem Schoͤpfer richteten. Auch ſchien es auf die uͤbrige Verſammlung einen ergreifenden und ruͤh⸗ renden Eindruck machen zu muͤſſen, wenn ſie ihre frommen Empfindungen mit der Andacht der Ungluͤcklichen vereinigten, welche auf dem Rande der Ewigkeit zu zittern ſchienen, in dem Augen⸗ blicke, wo ſie, durch einen irdiſchen Rechtſpruch verurtheilt, vor den Richterſtuhl treten ſollten, der die ganze Welt richten wird. Dieſe Sitte, ſo erbaulich ſie auch war, iſt jedoch ſeit dem Vor⸗ falle, den wir erzaͤhlen wollen, abgeſchafft worden.


