35 Koffers bei meiner guͤtigen Freundinn, Jungfer Martha Blankſcheit,*) niederlegen, die verſpro⸗ chen hat, mich mit einer kunſtmaͤßigen Worter⸗ klaͤrung und Erlaͤuterung zu verſehen, wenn die Neugier der Leſewelt ſich auf dieſen Gegenſtand zu richten ſchiene. Es genuͤge daher an der Ver⸗ ſicherung, daß das Geſchenk der Geberinnen wuͤr⸗ dig war, und fuͤr die Lage der Empfaͤngerinn paßte, daß alles huͤbſch und angemeſſen, und nichts vergeſſen war, was zu dem Anzuge eines Maͤdchens von Johanna's Stande und fuͤr die Braut eines achtbaren Geiſtlichen gehoͤrte.
Jedes Stuͤck wurde beſehen, beſprochen und bewundert; die erſtaunte Marie meinte, die Koͤ⸗ niginn ſelber haͤtte nicht mehr und beſſere Kleider und die Milchaufſeherinn war nicht ohne Neid. Dieſe unholde, aber nicht eben ſehr unnatuͤrliche Gemüthſtimmung verrieth ſich in mancherlei un⸗ gerechtem Tadel zur Herabſetzung der, nach ein⸗ ander vorgezeigten Kleidungſtuͤcke; ward aber noch unverhohlener, als ſich unten im Koffer ein weißſeidener Anzug fand, der zwar ſehr einfach, aber doch von weißer und dazu von franzoͤſiſcher
*) S. den Schluß des Romans: Die Schwaͤr⸗ mer— teutſch: Leipzig 1803. 3 Bde. L.
2 3*


