Teil eines Werkes 
6. Theil (1824)
Entstehung
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12 Euphemia gegen Armuth geſichert, und wenig in Gefahr ſein wuͤrde, auf den Pfad des Laſters verlockt zu werden. Sie haͤtte dieß nicht erklaͤren koͤnnen, ohne zu entdecken, was nothwendig ver⸗ borgen bleiben mußte, wenn Euphemia die Aus⸗ ſicht auf ein erfreulicheres Leben behalten ſollte, daß naͤhmlich Georg Staunton und Georg Ro⸗ bertſon ein und derſelbe Mann waren. Es war freilich ein ſchrecklicher Gedanke, daß ihre Schwe⸗ ſter mit einem Manne ſich verbunden hatte, der zum Tode verurtheilt war, und in Gefahr ſtand, als Moͤrder angeklagt zu werden, welchen Rang er auch beſiten und wie tief ſeine Reue ſein mochte. Sie konnte uͤberdieß ein ſchwermuͤthi⸗ ges Gefuͤhl nicht abwehren, wenn ſie bedachte,

daß Georg Staunton, da ſie im Beſiße des gan⸗

zen furchtbaren Geheimniſſes war, aus Ruͤckſicht auf ſeine eigenen Gefuͤhle, und aus Beſorgniß, ſeine Sicherheit zu gefaͤhrden, ihr wahrſcheinlich nie geſtatten werde, ihre arme Schweſter wieder⸗ zuſehen. Als ſie Euphemia's Abſchiedsbrief oft geleſen hatte, ließ ſie ihre Gefuͤhle in Thraͤnen ausſtroͤmen, die Butler vergebens durch jede be⸗ ruhigende Aufmerkſamkeit, die in ſeiner Macht ſtand, zu hemmen ſuchte. Sie mußte jedoch

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