Teil eines Werkes 
6. Theil (1824)
Entstehung
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fuͤr den Leſer ſein, in ſo fern ihre Gefuͤhle in jenem Augenblicke und ihre Ausſichten in die Zukunft, die Gegenſtaͤnde des Geſpraͤches waren. Wir wollen ſie daher uͤbergehen, und bloß der Nachrichten gedenken, die Johanna aus But⸗ ler's Munde uͤber die Flucht ihrer Schweſter er⸗ hielt. Es waren manche Umſtaͤnde damit ver⸗ bunden, die ſie von ihrem Vater nicht hatte er⸗ fahren koͤnnen. Euphemia hatte, wie Butler berichtete, drei Tage nach der Ankunft ihrer Begnadigung in ihres Vaters Hauſe in Leonhardfels gewohnt. Die Zuſammenkuͤnfte zwiſchen David und ſeinem verirrten Kinde, ehe man der Ungluͤcklichen das Gefaͤngniß geoͤffnet hatte, waren aͤußerſt ruͤhrend geweſen, aber Butler konnte die Bemerkung nicht unterdruͤcken, ihr Vater haͤtte, als er von der Beſorgniß frei war, ſie auf eine ſo ſchreckliche Weiſe zu verlieren, die Bande der haͤuslichen Zucht ſo ſcharf angezogen, daß ihre Gefuͤhle ver⸗ letzt wurden, und die Reizbarkeit eines von Na⸗ tur ungeduldigen und trotzigen Geiſtes, den das Bewußtſein verdienter Schande jetzt doppelt em⸗ pfindlich machte, erhoͤht werden mußte. In der dritten Nacht verſchwand Euphemia