Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Reichthum ſetzte ihn in den Stand gegen die Adeligen beider Parteien freygebig zu ſeyn und einen groͤßeren Hofſtaat zu halten, als irgend einer ſeiner Vorfahren. Er war in den Waffen und andern koͤrperlichen Uebungen ſehr gewandt, mun⸗ terte hiezu ſeine Adeligen auf und veranſtaltete Turniere, an denen er haͤufig perſoͤnlich Theil nahm.

Er war maͤchtiger als be Koͤnige, welche ſeit Jacob J.

regierten, aber er zeichnete ſich durch Gerechtigkeitsliebe aus

und beſchuͤtzte alle ſeine Unterthanen ohne Anſehen ihres Ran⸗ ges gleich, wodurch er ſich die Achtung und Liebe ſeines gan⸗ zen Volkes erwarb. Schottland kam unter ſeiner Regierung mehr empor als je; der Handel blühte auf und in Folge der ungluͤcklichen Unternehmungen des Sir Andreas Wood in Verbindung mit des Koͤnigs Beſtrebungen bildete ſich eine betraͤchtliche Seemacht, wodurch das Land ein bedeutendes Anſehen gewann.

Alle dieſe Vortheile hatten durch den ungewoͤhnlich lan⸗ gen Frieden oder vielmehr Waffenſtillſtand mit England einen noch hoͤhern Grad erreicht. Nach einer langen Reihe von traurigen Buͤrgerkriegen hatte Heinrich VII. den Thron Eng⸗ lands beſtiegen; er war ein weiſer ſcharfſinniger Fürſt und wuͤnſchte deßhalb durch einen langen Frieden den Verluſt den das Land in den Kriegen der Provinzen York und Lancgſter erlitten, wieder gut zu machen. Er zeigte ſich um ſo mehr geneigt mit Schottland Frieden zu erhalten, als ſeine eige⸗ nen Anſpruͤche auf den Thron Englands ſrreitig gemacht wurden und ihn mehr als einmal der Gefahr ausſetzten, daß ſein Land uͤberfallen werde, oder daß eine Verſchwoͤrung ge⸗ gen ihn ausbreche.

Aus derſelben Veranlaſſung wurde Schottland auf eine merkwuͤrdige Weiſe eine Zeit lang in Krieg verwickelt. Ein