theilen, als ſie ſich behandelt wiſſen moͤchten, wenn ſie ſich in einer aͤhnlichen mißlichen Lage befinden wuͤrden.
„Zur Sache, und gebt auf die Anklage Antwort,“ ſagte der Kanzler.„Wir wollen nach Pflicht und Gewiſſen ſpre⸗ chen.“ 3
Auf dieſes hin trug Mr. Patrick eine Vertheidigung in geſetzlicher Form vor und ſetzte aus einander, daß der gericht⸗ lichen Vorladung zufolge der Lord Lindſay innerhalb vierzig Dagen haͤtte erſcheinen ſollen; da aber dieſe anberaumte Zeit ſchon verſtrichen ſey, ſo koͤnne man den Lord geſetzlich nicht zwingen, ſich gegen dieſe Anklage zu vertheidigen, bevor er nicht aufs neue vorgeladen worden ſey.
Dieſer Antrag wurde gebilligt und Lord David Lindſay, ſo wie die andern in Anklageſtand verſetzt geweſenen Perſo⸗ nen wurden vorlaͤufig entlaſſen, nachher aber wegen dieſer Sache nie mehr vor Gericht geladen.
Lord David hatte der Vertheidigung zugehoͤrt, ohne das was vorgetragen wurde zu verſtehen; er freute ſich ſo ſehr über die unerwarteten Folgen ſeines Bruders Beredtſamkeit, daß er in folgenden Worten ſeine Dankbarkeit ausdruͤckte: „Wahrhaftig Bruder, Du haſt eine gute Ueberredungsgabe. Ich habe bei Gott nicht gewußt, daß Du ſo ſprechen kannſt. Als Lohn fuͤr dieſes Tagewerk verdienſt Du wohl die Se⸗
ligkeit.“ Der Koͤnig ſeiner Seits verſprach dem Mr. Patrick eine Belohnung ganz anderer Art, er fſagte nemlich:„er wolle ihn an einen Ort bringen laſſen, woſelbſt er ein Jahr lang das Tageslicht nicht erblicken ſolle.“ Der Koͤnig entledigte ſich nur gar zu bald ſeines Wortes, ſchickte den Mr. Patrick in das Gefangniß des Schloſſes Rottway auf der Inſel Bute und ließ ihn ein ganzes Jahr dort. /.


