Teil eines Werkes 
97. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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69 kehrte und ſich gegen Stirling fluchtete; aber er war nicht im Stande Lindſay's Schimmel zu leiten, denn dieſer ſprang, auf die Führung ſeines Reiters nicht achtend, in vollem Galloy den Berg hinab in ein kleines Doͤrfchen, woſelbſt ſich eine Mühle befand, die Beaton's⸗Muͤhle genannt. In dem⸗ ſelben Augenblick war eine Frau herausgekommen, um aus dem Muͤhlkanal Waſſer zu ſchoͤpfen, aber als ſie einen Be⸗ Saffneten gegen ſie herabreuten ſah, warf ſie ihren Krug weg und fluͤchtete ſich in die Muͤhle. Beim Anblick des Kru⸗ ges erſchrack des Koͤnigs Pferd ſo ſehr, daß es in den Bach ſpringen wollte; Jacob verfor den Sitz, ſiel herab und blieb, da er ſchwer bewaffnet war und eine ſchwere Quetſchung er⸗ litt, auf dem Boden bewußtlos liegen. Der Muͤller brachte ihn ſodann in die Muͤhle und legte ihn in ein Bett. Sobald er wieder zur Beſinnung kam, verlangte er einen Geiſtlichen, worauf des Muͤllers Frau ihn fragte, wer er denn eigentlich ſey; er gab unvorſichtigerweiſe zur Antwort:„Dieſen Mor⸗ gen noch war ich euer Koͤnig.“ Mit eben ſo großer Unvor⸗ ſichtigkeit ſprang die Frau zum Hauſe hinaus und rief mit lauter Stimme, es moͤchte doch ein Prieſter herbei kommen, damit der Koͤnig beichten koͤnne.„Ich bin ein Prieſter,“ ſagte ein unbekannter Mann, welcher gerade herbei kam, „fuͤhrt mich zum Koͤnig.“ Als er den Koͤnig ſah, kniete er mit anſcheinender Demuth hin und fragte ihn:„ob er toͤdt⸗ lich verwundet ſey?“ Jacob verſetzte, daß ſeine Wunden nicht

toͤdtlich ſeyn wuͤrden, wenn man ihn ſorgfaͤltig behandle,

aber dem ungeachtet wuͤnſche er zu beichten und nach chriſt⸗

lich katholiſcher Art von einem Prieſter Vergebung fuͤr ſeine begangenen Suͤnden zu erlangen.„Durch dieſes Inſtrument

ſoll dir auf der Stelle Verzeihung werden!“ antwortete der Meuchelmoͤrder und zog einen Dolch peraus, womit er dem