Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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3 106 Walter Stewart, hatte ſeinen Vater oft um dieſen Vogel gebeten, aber jedesmal eine abſchlaͤgige Antwort erhalten. Als einſt der Regent den Falken auf ſeiner Fauſt trug, wie dieß die Falkeniere gewoͤhnlich zu thun pflegen, wenn ſie auf

die Vogeljagd gehen, erneuerte Walter ſeine Bitte, und als

der Vater die Gewaͤhrung auf's neue verſagte, riß er ihm

den Vogel aus der Hand und drehte ihm den Hals um.

Der Vater, uͤber dieſe große Unverſchaͤmtheit aufgebracht, ſagte in ſeinem Aerger:Wenn du mir nicht die ſchuldige Achtung erweiſen und gehorchen willſt, ſo werde ich einen holen, dem wir Alee gehorchen muͤſſen. Von dieſer Zeit an

unterhandelte er mit den Englaͤndern ſehr ernſthaft, daß ſie doch Jakob, den nunmehrigen Koͤnig von Schottland, in ſeine

eigene Staaten zuruͤckfehren laſſen ſollen.

Die engliſche Regierung zeigte ſich nicht abgeneigt, Ja⸗ kob wieder frei zu laſſen, zumal da er mit Johanna, der Tochter des Grafen von Sommerſett, einem nahen Verwand⸗

ten des königlichen Hauſes eine Liebſchaſt angefangen hatte.

Sie hofften, daß dieſe Verbindung den jungen Prinzen be⸗

wegen werde, mit England Frieden zu ſchlieſſen, und daß die Erziehung, welche ihm zu Theil geworden und die

Freundſchaftsbuͤndniſſe, welche er in dieſem Lande geſchloſſen, doch ſo viel uber ihn vermoͤgen werden, daß er ein guter und friedlicher Nachbar bleiben werde. Die Schotten ver⸗

ſtanden ſich dazu, ein bedeutendes Loͤſegeld zu bezahlen, und unter dieſer Bedingung wurde Jakob, der Erſte dieſes Na⸗

mens, nach achtzehnjaͤhriger Geſangenſchaft in Freiheit geſezt und nach Schottland zuruckgeſchickt, um wort als Koͤnig die⸗ ſes Landes zu regieren.