5 338 „geſchrei rufen und verheimlicht meinen Tod vor meinen Leu⸗ „ten. Es iſt eine alte Sage in unſerer Familie, daß ſelbſt „ein todter Douglas eine Schlacht gewinnen koͤnne, und ich „denke, dieß werde heute der Fall ſeyn.“ 2 5
Die Edelleute befolgten ſeinen letzten Willen; ſie verbar⸗ gen des Grafen Leichnam und begaben ſich aufs neue mitten unter die Feinde, wobei ſie ihr Feldgeſchrei:„Douglas! Donglas!“ lauter als zuvor ausriefen.—
Die Englaͤnder wurden durch den Verluſt der beiden Bruͤder, Heinrich und Rudolph Percy, ſehr entmuthigt, beide wurden nur nach tapferer Gegenwehr gefangen genommen, und beinahe alle Maͤnner von Bedeutung der engliſchen Ar⸗ mee hatten entweder das nemliche Schickſal, oder blieben auf dem Platze. Aus dieſer Veranlalſung ſollen ſchottiſche Dichter von dem Namen Douglas Folgendes geſagt haben:
Das ſürchterliche Feldgeſchrei bezwang des Feindes Heeresmacht,
Nach Douglas Tod gewann allein ſein Name ſchon die ganze Schlacht.
Sir Heinrich Percy wurde der Gefangene des Sir Hugo Montgomery; dieſer noͤthigte jenen ihm ſtatt eines Loͤſegeldes ein Schloß in Penorn im Bezirke Ayrfhire zu bauen. Die Schlacht von Otterburn fiel fuͤr die Feldherrn beider Heere ungluͤcklich aus, da die beiden Percy gefangen wurden, und Douglas auf dem Platze blieb. Dieſe Begebenheit gab zu vie⸗ len Gedichten und Geſaͤngen Stoff, und der große Geſchicht⸗ ſchreiber Froiſſart ſagt, daß, mit Ausnahme einiger, dieſe Schlacht die ſchoͤnſte jener kriegeriſchen Zeit geweſen ſey.
Riobert II. ſtarb den 19. April 1590. Seine Regierung kam an Ruhm der ſeines mutterlichen Großvaters, Robert Bruce, nicht gleich; doch war er immer gluͤcklicher als Da⸗ vid lI. Die Anſpruͤche Valiol's auf die Krone Schottlands


