Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Hexen prophezeiht haben, daß ſeine Nachkommen Koͤnige von Schottland werden ſollen, und der von Macbeth ermordet wurde. Dieß ſcheint jedoch eine zweifelhafte Sage zu bleiben. Walter, der Lord Oberrichter von Schottland, welcher Bru⸗ ce's Tochter geheirathet hatte, war ein braver Mann; er hielt ſich in der Schlacht bei Bannokburn, woſelbſt ihm ein hohes Commando anvertraut war, ſehr tapfer; aber er ſtarb jung und wurde allgemein bedauert. Robert Stewart, ſein Soyn und durch Marjory Bruce Enkel des Koͤnigs Robert, wurde nun auf den Thron berufen. Er war ein guter und leiden⸗ ſchaftsloſer Fuͤrſt. In ſeiner Jugend hatte er ſich als rapfe⸗ rer Soldat ausgezeichnet, aber nun war er fuͤnf und fuͤnfzig Jahre alt und litt au einer heftigen Augenentzuͤndung, die ſeine Augen blutroth faͤrbte. Aus dieſem Grunde lebte er geraume Zeit ganz zuruckgezogen und beſaß nicht Tharigkeit genug, um ein ſo wildes, unbaͤndiges Volk wie die Schotten zu regieren. Nobert Stewart's Thronbeſteigung erfolgte nicht ohne einigen Widerſtand, denn zu gleicher Zeit trat ein furchtbarer Mitbewerber um die Krone auf. Es war der Graf Wilhelm Douglas. Dieſe Familie, in welcher ſo manche große Maͤn⸗ ner ſich auszeichneten, war zu bedeutender Macht und zu großem Anſehen gelaugt, beſonders aber in den ſuͤdlichen Pro⸗ vinzen Schottlands. Die Anſpruͤche des Grafen Donglas gruͤndeten ſich auf die Verzeirathung ſeines Sohnes mit Eu⸗ phenia, der Tochter Nobert II., deßhalb wurde Stewart ohne weiteren Widerſtand gekroͤnk; allein die außerordentliche Macht der Douglas, die ſie derjenigen des Thrones gleich ſteüte, gab ſpater Veraulaffung zu einem allgemeinen Aufftand und zu großem Uugluͤck, die