Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

Bruſtknochen durchſaͤgt zu ſeyn ſchien, welches wahrſcheinlich geſchah, als man das Herz herausnahm; deßhalb wurde von des Konigs Schatzkammer der Befehl ertheilt, die Gebeine ſorgfaltig aufzubewahren, bis ein neues Grabmal erbaut ſeyn werde. Sie wurden ſpaͤterhin auch unter Bezeugung allgemeiner Ehrfurcht dahin gebracht; eine große Menge Edelleute mit ihren Frauen und Toͤchtern, ſo wie die ganze Voltsmaſſe aus der Nachbarſchaft waren bei dieſer Gelegenheit zugegen; da die Kirche ſie nicht alle faſſen konnte, ſo wurde erlaubt, daß einer nach dem andern durchgehen duͤrfe, damit jeder, der Aermſte wie der Reichſte, die Ueberreſte des groſ⸗ ſen Königs Robert Bruce, welcher die ſchottiſche Monarchie herſtellte, ſehen koönne. Viele Thraͤnen wurden um den ſchon der Verweſung nahe geweſenen Schaͤdel vergoſſen, welcher einſt das Haupt desjenigen bildere, der ſo weiſe und kuͤhn fuͤr die Befreiung ſeines Vaterlandes handelte. Unter den Ueber⸗ reſten befand ſich auch das harte Bein, welches einſt als ſtarker Arm den Sir Heiyrſch von Bohun auf einen Streich er⸗ ſchlug, nemlich der Abend vor der Schlacht von Bunnokburn.

Es iſt nun mehr als 500 Jahre, daß der Leichnam des Robert Bruce das erſtemal begraben wurde; wie viele Mil⸗ lionen Menſchen ſtarben ſeit dieſer Zeit, deren Gebeine nicht erkannt oder deren Namen nicht mehr ausfindig gemacht wer⸗ den koͤnnen! 4

Es iſt genug, daß ein Koͤnig ſeiner Weisheit und Va⸗ terlandsliebe und ſeines Muthes wegen ſo lange Zeit durch das Andenken ſeines Volkes, das er regierte, geehrt wurde. Du mußt jedoch, mein liebes Kind, eingedenk ſeyn, daß nur ſo preiswuͤrdige und dem Vaterlande großen Nutzen bringen⸗ de Handlungen, wie die des Robert Bruce, ein ſolches An⸗ denken wunſchenswerth macken. Fuͤr einen Furſten, welcher