Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 2. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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3 26 kannſt, muß ich Dir erklaͤren, daß damals ein Volk, die Sa⸗

racenen genannt, welche an den falſchen Propheten Mahomed

glaubten, durch Eroberung von Jeruſalem und den andern

Staͤdten und Pläͤtzen deren in der heiligen Schrift erwaͤhnt

wird, Beſitz genommen haben, und die Chriſten von Europa,

welche an dieſe Stellen als Pilgrime wanderten, um dort Gott zu verehren woſelbſt ſo viele Wunder vorfielen, wurden

durch dieſe heidniſchen Saracenen beſchimpft und verhoͤhnt;

daher ſchickten die Chriſten aus allen Reichen Europa's viele Armeen dorthin, um dieſe Saracenen zu bekaͤmpfen. Sie

glaubten, daß ſie der Religion dadurch einen großen Dienſt

erweiſen, und daß alle Suͤnden, welche ſie bis daher begangen,

von Gott dem Allmaͤchtigen verziehen werden, weil ſie gegen

die Unglaubigen ſtritten, und den ſogenannten heiligen Krieg

fuͤhrten. Du wirſt Dich erinnern, daß Bruce damals im

Sinne hatte eben dahin zu gehen, als er an der Erlangung

der Krone Schottlands verzweifelte, und deßhalb wuͤnſchte

er, daß ſein Herz nach ſeinem Tod nach Jeruſalem getragen

werden moöchte, und bat den Lord Jacob Douglas, dieſes

Amt zu ubernehmen. Douglas weinte bitterlich, als ihm

dieſer Dienſt, der letzte Beweiß von Bruce's Zutrauen und

Freundſchaft uͤbertragen wurde.

Der Koͤnig ſtarb bald darauf; ſein Herz wurde aus ſei⸗ nem Koͤrper genommen und einbalſamirt, d. h. mit Gewuͤr⸗ zen und wohlriechenden Sachen eingerieben, damit es lange friſch und unverdorben bleiben moͤge. Dann ließ Douglas eine Kapſel von Silber machen, in welche er Bruce's Herz einſchloß, und trug es um ſeinen Hals an einer Schnur von Silber und Gold. Spaͤter machte er ſich auf in das ſoge⸗ nannte heilige Land in Begleitung einiger der tapferſten Rit⸗ ter Schottlands, welche, um zu zeigen, daß ſie ihren braven