Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Zuͤgen mehrere ſolche Faͤlle vor; doch erhielt er, öbgleich er beinahe immer durch die uͤberlegene Anzahl der Englaͤnder und ihrer Genoſſen geſchlagen wurde, ſeinen eigenen Muth und den ſeiner Leute. Er hatte mehr gelernt, als damals üblich war, denn außer den Geiſtlichen lernten wenige leſen und ſchreiben. Er konnte jedoch beides gut, und man ſagt, daß er manchmal ſeinen Gefaͤhrten, wenn ſie die großen hoch⸗ laͤndiſchen Seen in ſo ſchlechten loͤcherigen Kaͤhnen, wie man ſie damals finden konnte, uberſetzten, laut vorgeleſen habe. Am Ende haͤuften ſich die dem tapfern Koͤnig Robert dro⸗ henden Gefahren o ſehr, daß er genoͤthigt wurde, ſich von den oberwaͤhnten Frauenzimmern und ſeiner Koͤnigin zu trennen; denn der Winter nahte heran, und es waͤre den Frauen nicht wohl möglich geweſen, bei Froſt und Schnee dieſes Nomaden⸗ leben zu ertragen. So ließ er dann ſeine Koͤnigin mit der Graͤfin von Buchan und einigen andern in dem ihm allein noch uͤbris gebliebenen feſten Schloſſe Kildrummie, nahe am Ur⸗ ſprunge des Fluſſes Don, in Aberdeenſhire. Der Koͤnig ließ auch ſeinen juͤngſten Bruder, Nigel Bruce, dort, um das Schloß gegen die Englaͤnder zu vertheidigen; er ſelbſt aber mit ſeinem zweiten Bruder Eduard, einem ſehr tapfern, aber weit leidenſchaftlicherem Manne als Robert, ging auf eine an der Kuͤſte Irlands gelegene Inſel, nach Rachrin, woſelbſt Bruce und die Wenigen, welche ſein Schickſal theilten, den Winter von 1306 zubrachten. Inzwiſchen ſchien lauter Ungluͤdh alr ſeine Freunde in Schottland zu verfolgen. Das Schloß Kil⸗ drummie wurde dnrch die Englaͤnder genommen und Nigel Bruce, ein ſchoͤner und tapferer Juͤngling, wurde auf grauſa⸗ me Weiſe durch die Sieger umgebracht. Die Damen, welche zum Gefolge der Koͤnigin gehorten, ſo wie die Koͤnigin ſelbſt und die Graͤfin von Buchan wurden auf einen kleinen Raum