Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Unter den Adelichen, welche genoͤthigt waren, ihm Och⸗ ſen, Pferde und andere Materialien zu dieſem beſchwerlichen Unternehmen zu ſchicken, war ein gewiſſer Macduff, Land⸗ vogt von Fife. Macbeth fuͤrchtete dieſen Landvogt, denn er war ſehr maͤchtig und als tapfer und weiſe bekannt; und Macbeth dachte uͤberdies, daß er ſich ſehr wahrſcheinlich mit Prinz Malcolm vereinigen werde, wenn dieſer je mit einer Armee aus England kommen ſollte. Der Koͤnig hatte daher einen Privathaß gegen dieſen Landvogt von Fiſe, welchen er vor jedermann verbarg, bis er Gelegenheit finden konnte, ihn auf aͤhnliche Weiſe wie Duncan und Banquo aus der Welt zu ſchaffen. Macduff ſeiner Seits war ſehr vorſichtig, und ging ſo ſelten als möglich an des Koͤnigs Hof, da er ſich ſelbſt nie ſicher glaubte, als in ſeinem eigenen Schloß Kennoway, welches an der Kuͤſte von Fife, nahe an der Muͤndung von Forth lag.

Eines Tags lud der Koͤnig mehrere ſeiner Adelichen, un⸗ ter andern auch Macduff, den Landvogt von Fiſe, ein, ihn auf ſeinem neuen Schloß Dunſinane zu beſuchen; ſie mußten alle kommen, keiner durfte zuruͤckbleiben. Bei dieſer Gele⸗ genheit wollte ihnen der Koͤnig ein großes Gaſtmal geben, wozu ſchon alle Anſtalten getroffen waren. Inzwiſchen ritt Macbeth von Wenigen begleitet aus, um die Ochſen zu ſehen, welche das Holz und die Steine, deren man zur Erweiterung und groͤßerer Befeſtigung des Schloſſes bedurfte, auf den BVerg ſchleppten. Sie betrachteten meiſtens die Ochſen, wie dieſe ihre Laſten mit großer Schwierigkeit bergan brachten, denn der Abhang war ſehr ſteil, die Laſten ſchwer, und die Sonne brannte fuͤrchterlich. Endlich ſah Macbeth ein Paar Ochſen ſo ermuͤdet, das ſie den Huͤgel nicht mehr beſteigen konnten und von ihrer Laſt darniedergedruͤckt, hinabfielen.