Teil eines Werkes 
95. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 1. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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Leider verbeſſerte ſich die Lage der Britten nach der Nie⸗ derlage, welche ſie von ihren noͤrdlich gelegenen Feinden erlit⸗ ten, nicht viel; denn die Sachſen, nachdem ſie nach Britan⸗ nien gewandert waren, nachdem ſie das ſchoͤne reiche Land ſahen und gewahr wurden, nachdem ihnen nicht entging, wie wenig deſſen Bewohner im Stande ſeyen, es zu vertheidigen, fußten den Eutſchluß, das Land fuͤr ſich ſelbſt zu nehmen, ſich die Britten zu unterwerfen und zu Sclaven zu machen. Die Britten, ſehr aufgebracht daruͤber, daß ihr Land durch die⸗ jenigen genommen werde, welche ſie um Huͤlfe baten, wider⸗ ſetzten ſich ihnen, aber die Sachſen waren ſtaͤrker und kriege⸗ riſcher als ſie, und ſchlugen ſie ſo oft, daß ſie endlich ganz vom ebenen und flachen Lande im Suͤden Britanniens Beſitz nahmen. Indeſſen flohen die Tapferſten der Britten in einen ſehr huͤgelichten Theil Britanniens, welcher Wales heißt und dort vertheidigten ſie ſich gegen die Sachſen viele Jahre lang; ihre Abkoͤmmlinge ſprechen dort noch heute die alte brittiſche Sprache welche im Engliſchen Welſh genannt wird. Inzwi⸗ ſchen breiteten ſich die Angelſachſen im ganzen ſuͤdlichen Theil Britanniens aus und der Name des Landes wurde geaͤndert, es hieß nicht mehr Britannien, ſondern England, welches ſo viel heißen will als das Land der Angelſachſen, welche es er⸗ obert haben.

Waͤhrend nun die Sachſen und Britten einander feindſe⸗ lis gegenuͤber ſtanden, geriethen die Schotten und Pikten, nachdem ſie hinter die Roͤmermauer zuruͤck getrieben waren, auch in Streit, und bekriegten ſich gegenſeitig, und endlich, nach mehreren Schlachten, wurden die Pikten durch die Schot⸗ ten beſiegt. Das gemeine Volk ſagt, daß die Schotten jenen eine völlige Niederlage lieferten; aber ich denke, es ſeye nicht wahrſcheinlich, daß ſie einen ſo zahlreichen Volksſtamm ver⸗