Da nun dieſe zwei Nationen die verſchiedenen Endpunkte derſelben Inſel bewohnen, und durch große und ſtuͤrmiſche Meere von andern Theilen der Welt getrennt ſind, ſo ſcheint es natuͤrlich, daß ſie in freundnachbarlichem Verhaͤltniſſe zu einander und unter einer Regierung gelebt haben werden⸗ Dem iſt auch ſo; vor ungefaͤhr zweihundert Jahren wurde der Koͤnig von Scottland auch Koͤnig von England, woruͤber ich in einem andern Kapitel dieſes Buches das Naͤhere mit⸗ theilen werde. Seit jener Zeit blieben die beiden Nationen in ein großes Koͤnigreich, welches Großbritannien heißt⸗ vereint. 3
Ehe jedoch dieſe gluͤckliche Vereinigung von England und Schottland zu Stande kam, wurden viele lange, grauſame und blutige Kriege zwiſchen den beiden Voͤlkern gefuͤhrt, und, weit entfernt, ſich gegenſeitig zu helfen oder beizuſtehen, um gute Nachbarn und Freunde zu werden, fuͤgten ſie ſich alles mögliche Leid zu, und ſchadeten einander; ſie ſielen gegenſeitig in ihr Gebiet ein, mordeten ihre Unterthanen, brannten ihre Städte ab, und nahmen Weiber und Kinder gefangen. Dieß waͤhrte nun viele hundert Jahre und ich werde nun die Ur⸗ ſache angeben, woher es kam, daß das Land ſo uneinig war.
Schon vor langer Zeit, etwa vor achtzehnhundert Jahren, oder noch laͤnger, wohnte dort ein tapferes kriegeriſches Volk, die Roͤmer; dieſe wollten die ganze Welt ervbern, alle Laͤnder unterwerfen, und Nom zum Haupt aller Nationen auf dieſer Erde erheben. Nachdem ſie fern und nahe Eroberungen ge⸗ macht hatten, kamen ſie zuletzt nach Britannien, und bekrieg⸗ ten die Einwohner daſelbſt, die Britten oder Britannier ge⸗ Die Roͤmer, welche ein ſehr tapferes und gut bewaff⸗ netes Volk waren, ſchlugen die Britten, und nahmen beinahe von dem ganzen flachen Theil der Inſel, welcher heut zu Ta⸗
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