„Ob Annet Cormarn nicht gekeänkt hat,“ entgegnete die Dienerin,„das ſolltet Ihr auch fragen. Es iſt wahr, bisweilen verließ ihn die Geduld, er gerieth in Zorn, und manches harte Wort, woruͤber ſie Tage lang weinte, kam dann uͤber ſeine Lippen. Ein Weib muß nicht zu viel von ihrem Gatten verlangen, es ihm nicht vorſchrei⸗ ben, wie er gegen ſie ſeyn ſoll, das em⸗
poͤrt ihn. Was iſt auch eine Liebe werth,
deren Beweiſe nur erzwungen ſind! Annet
war traurig, muͤrriſch oft, verließ das Ge⸗ 3
mach, wenn Cormar bei ihr war und kam
nicht wieder, tadelte ihn, machte ihm Vor⸗
wurfe, fand alles unrecht, was er that. Kann das ein Mann ertragen? Mit im⸗ mer neuen Zaͤrtlichkeiten ſollte er ſie uͤber⸗ ſchuͤtten. Waͤre Annet klug und vorſichtig geweſen, haͤtte ſie ihre Wuͤnſche zu maͤßi⸗ gen verſtanden, uͤberließ ſie es Cormar ruhig, wie er ſeyn konnte, ſo lebte ſie noch und waͤre die gluͤcklichſte Gattin. So heiß und uͤbertrieben, wie die eheliche


