Teil eines Werkes 
2. Band (1827)
Entstehung
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„Ich glaube es,“ war die ernſte Antwort.

„Es muͤßte eine gemeine Seele ſeyn, die mit Bitterkeit zu haſſen lernen koͤnnte, blos weil ſie einmal zu ſehr geliebt hat. Weder ich, noch Sie, O Connor, hegen ſolche Geſinnungen,“ ſagte die Dame.„Wir ſind ſo eben zuſammen⸗ getroffen— wir ſcheiden hier, und fuͤr immer! Moͤge es in Frieden geſchehen.“

„In Frieden geſchehe es!“ war die feierliche Antwort.

„Sie haben die Laſt erleichtert, die ſeit man⸗ chem traurigen Jahre am ſchwerſten mif mei⸗ nem Herzen lag.— Und jezt an's Geſchaͤft,“ fuhr ſie, mehr in ihrer gewoͤhnlichen leichten Manier, fort.—„Sie ſehen dieſen meinen Reiſemantel(roquelaire)?— er iſt gewiſſer⸗ maßen eine neutrale Kleidung;“— und ſie legte das reichgefuͤtterte Gewand von hochrothem Tuche anmuthig ab;„allein wenn ſie auch ganz weiblich waͤre, ſo gebrauchte Herkules den Spinnrocken— der tapfere Sir John verſchmaͤhte

es nicht, ſeine Tapferkeit in das Kleid und den

Schleyer der Gluͤcksprophetin von Brentford zu. huͤllen. Allein ich kann heute Nacht nicht tän⸗ deln. Kurz alſo, mein Maͤdchen iſt bereit, O'Con⸗ nor in meine Gemaͤcher zu fuͤhren.— Er wird in Sicherheit ſeyn— und ich— ich werde wiſ⸗ ſen, daß er ſicher iſt“— die Stimme zitterte noch einmal, als ob das Herz, das ſich durch⸗ ſie mittheilte, in ſeinem Innerſten erſchuͤttert geweſen waͤre.