Teil eines Werkes 
2. Band (1827)
Entstehung
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„Haͤtte Ihr Freund dieſen Satz ſo wacker been⸗ det, als er ihn begonnen hat, Friederich, ſo wuͤrde ich in Verzweiflung gerathen ſeyn,“ ſagte die Dame, mit einem Beben ihrer Stimme, das ihre angenommene Froͤhlichkeit nicht ganz

verbergen konnte.

„Nun, OConnor! wollen Sie mir die Hand nicht druͤcken?“

Ein Augenblick verſtrich, ehe der Verbannte die ihm anmuthig gereichte Hand ploͤtzlich er⸗ griff, und ſich uͤber ſie hinbeugte, bis ſeine Lippe ſie faſt beruͤhrte. Eine Fluth von Erin⸗ nerungen ſchien ſeinen Geiſt zu beſtuͤrmen, und er wandte ſich weg. 3

„Es iſt ganz albern von alten Leuten, wie wir ſind, die Fehden unſerer Kindheit fortzu⸗ ſetzen.— nicht wahr⸗ Friedrich?“ und ſie wandte ſich an Delancy.—„Und mit fruchtloſer Sehn⸗ ſucht auf das zuruͤckzublicken, was nicht zuruͤck⸗

gerufen werden kann, wenn wir es auch noch

ſo ſehr wuͤnſchen.“ Sie holte einen leiſen Seuf⸗ zer, ehe ſie hinzufuͤgte:„Es iſt hier mehr am Orte, zu ſagen, daß Harriette Delancy, ja, und auch Harriette Copelh“— ſie erhob ihre Stimme—„in ihrer hoͤchſten Noth noch einen Freund in O'Connor zu. finden erwarten koͤnnte. Sie hat ſich kaum das Recht bewahrt, Glau⸗ ben zu erhalten, wenn ſie geſteht, daß ihr Herz in dieſer Nacht keinen ſehnlicheren. Wunſch kennt, als ihn in Sicherheit zu ſehen.“