236
ſegnete; Geſchwiſter und Anverwandte haͤuften Segen und Guͤte auf die Junge, die Geliebte, die Gluͤckliche, die Schoͤne. Aber die Höͤlle und deren eingefleiſchte Teufel traten dazwiſchen!“ — Aileen O'Connor iſt Montegle's Weib!“
„Das iſt eine ſonderbare Geſchichte!“ ſagte Grahame, betroffen und uͤberwaͤltigt, allein von ſeinem heftigen Verlangen nach der Enthuͤllung des Geheimniſſes noch nicht geheilt.
„Sie ſchwur Treue, ſie verwob ihr Schickſal mit einem Sproͤßlinge eines dem Verderben ge⸗ weihten Geſchlechts! der eine iſt wahnſinnig, der andere elend! Verlaßt ſie alſo. Zu ihrer Zeit wird ſie ſich ſelbſt entdecken; und glaubt nicht, daß ſie fuͤr ſich fuͤrchtet, oder ſich ſelbſt ſchont: waͤre O'Connor einmal der Verfolgung eytgangen, ſo wuͤrde dieß das Signal zu einer lange verſchobenen Gerechtigkeit ſeyn.“
„Ich glaube, daß er außerhalb des Bereichs derſelben iſt;“ ſagte Wolf;„an dem Morgen,
an welchem ich ihn verließ, ritt er ein gutes
Pferd, und hatte einen treuen, obſchon ſeltſa⸗
ſamen und wilden Fuͤhrer.“
„Und war ſie treu— dieſe Elende?“ rief die alte Frau aus.„Sagt ihr das? Jenes ver⸗ worfene und entwuͤrdigte Weib! War ſie treu?“ Sie legte ihre Hand auf Wolf's Arm, und ihre Ruͤhrung verrieth einen tiefern Antheil an dem landſtreicheriſchen Rothmantel, als eine ſo edle Perſon fuͤr eine ſo gemeine fuͤhlen konnte.
„Gott verzeihe der Mutter, die in ihrem bittern Kummer und ihrer brennenden Schaam


