I.
Zehn Jahre waren verfloſſen, ſeit Halbert Glen⸗ dinning die Hand der ſchoͤnen Maria von Avenel und mit ihr das Erbe eines alten ritterlichen Ge⸗ ſchlechts gewonnen hatte. Zwei Umſtaͤnde nur verbitterten ihre Vereinigung, die ſonſt ſo gluͤck⸗ lich war, als gegenſeitige Zuneigung ſie machen konnte. Der eine war freilich das gemeinſame Ungluͤck Schottlands, der zerruͤttete Zuſtand des be⸗ draͤngten Landes, wo jedes Schwert des Nachbars Bruſt bedrohte. Glendinning hatte ſich erwieſen, wie der maͤchtige Graf Murray von ihm erwar⸗ tete, als einen ſtandhaften Freund, ſtark in der Schlacht und weiſe im Rathe, aus Dankbarkeit anhaͤnglich, in Lagen, wo ſein eigener unbefan⸗ gener Wille ihn entweder zur Parteiloſigkeit, oder zur entgegen geſetzten Partei gefuͤhrt haben wuͤrde. Wenn Gefahr drohte, und ſelten war ſie weit


