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bewachte Gefangene, dann mit ſtolzen Hoffnungen an der Spitze eines Heeres und endlich gezwungen, in einem Winkel ihres Reiches Zuflucht zu ſuchen.
Hier ward der Entſchluß erwogen, der ihr uͤbrig
blieb. Sie hielt ſich in ihrer Zuflucht nicht ſicher, wiewohl ſie in einer Gegend war, wo das Volk ihr treu anhing, und ihre Feinde ſie noch nicht ver⸗ folgten. Frankreich lag ihr offen, aber ſie konnte ſich nicht entſchließen, in dem Lande, das ſie im Glanze koͤniglicher Wuͤrde geſehen hatte, als Ver⸗ bannte und Vertriebene zu erſcheinen, wenn auch die Flucht leicht geweſen waͤre. Sie faßte den ungluͤcklichen Entſchluß, nach England zu fliehen. Eliſabeth hatte der Gefangenen in Lochleven Freund⸗ ſchaftverſicherungen geſchickt, und ſich bei den Macht⸗ habern in Schottland mit einer Waͤrme, die aufrich⸗ tig zu ſein ſchien, fuͤr die Ungluͤckliche verwendet. Maria traute dem truͤglichen Scheine, vergaß, wie Eliſabeth, ſeit mehr als zehn Jahren, mit offener und heimlicher Feindſeligkeit gegen ſie gehandelt hatte, und achtete nicht auf das Flehen ihrer Ge⸗ treuen, die ſie knieend beſchworen, auf die Ver⸗ ſprechungen oder die Großmuth der Koͤniginn von England nicht zu trauen. In ungluͤcklicher Ver⸗
blendung eilte ſie, am 16. Mai 13608. ehe noch
auf ihre Anfrage, wie man ſie aufnehmen wuͤrde,


