3⁵4 Siute und hohe Geiſtesbildung ausgezeichnet, als ſie die Regierung ihres Landes antrat. Auf der einen Seite aber hatte ſie mit ihren mißvergnuͤg⸗ ten Unterthanen zu kaͤmpfen, und auf der andern ſtand ihr Eliſabeth feindlich gegenuͤber, die nicht bloß politiſche Eiferſucht gegen die Koͤniginn von Schottland, ihre naͤchſte Erbinn, hegte, ſondern auch aus kleinlicher und niedriger Eitelkeit die reizende Frau beneidete, welche der Ruf mit
tauſend Zungen pries. Eliſabeth beguͤnſtigte die
ſchottiſchen Proteſtanten, und wußte durch dieſe ſtets einen maͤchtigen und ſtoͤrenden Einfluß auf die Angelegenheiten des Landes zu erhalten. Ma⸗ ria aber ſuchte vergebens die Zuneigung ihrer pro⸗ teſtantiſchen Unterthanen zu gewinnen, obgleich ſie den Haͤuptern dieſer Partei, beſonders ihrem Halbbruder, Jakob Stuart, Jakob's V. Sohne von Margaretha Douglas, einem eben ſo geiſt⸗ reichen als ehrgeizigen Manne, den ſie zum Gra⸗ fen von Murray erhob, ein ausgedehntes Ver⸗ trauen bewies.
Vier Jahre nach ihrer Ruͤckkehr vermaͤhlte ſich Maria, ungeachtet mehre Große dagegen


