—
ausſtoße, ſolltet Ihr Euch nicht vielmehr über Euch ſelber wundern, da Ihr auf einen edlen Nahmen Anſpruch machet, und nach der Rit⸗ terwuͤrde ſtrebt, und doch zugleich feige, ſchwach und eigennuͤtzig ſeid!
Ich wollte, es waͤre ein Mann, der eine ſolche Beſchuldigung wagte, er ſollte ſehen, ehe er eine Minute aͤlter wuͤrde, ob er Urſache haͤtte, mich feige zu nennen, oder nicht. 8½
Nehmt Euch nur in Acht mit ſolchen ſtol⸗ zen Worten, erwiederte das Maͤdchen. Ihr habt ja eben erſt geſagt, daß ich zuweilen Bein⸗ kleider und Wamms trage.
Bleibt aber immer Katharina Seyton, Ihr moͤget tragen, was Ihr wollet, ſprach Roland, und ſuchte wieder ihre Hand zu faſſen.
Es beliebt Euch freilich, mich ſo zu nen⸗ nen, antwortete das Maͤdchen, ihre Hand zu⸗
ruͤckziehend: aber ich habe noch viele andre Nahmen.
Und wollet Ihr nicht auf den Nahmen antworten, wodurch Ihr Euch vor allen andern Maͤdchen in Selennd auszeichnt2
235


