184
CGanz gewils, Hektor, und damit Du Dich
völlig überzeugst, muſs ich Dir nur sagen: sie liebt einen Andern! Sie verstand einige Worte, die ich einmal gegen sie äusserte, falsch, und seitdem hab' ich die Erklärung, die sie ihnen un- terlegte, errathen können. Damals wufst' ich freylich nicht, was ich mir bey ihrem Stocken und Erröthen denken sollte; allein jetzt, mein armer Hektor, muſs ich es als den Todesstreich für Deine Hoffnungen und Ansprüche betrachten, Darum rath' ich Dir, lafs zum Rückzug blasen, und ziehe Deine Truppen, so gut es geht, aus dem Gefechte, denn die Festung ist zu gut besetzt, als daſs Du sie durch Sturm einnehmen könntest.*
«Ich brauche gar nicht zum Rückzuge blasen zu lassen,“ sagte Hektor, indem er sich in die
Brust warf, und mit einer Art von gekränkter und
beleidigter Würde einherschritt;«wer nicht avan- cirt ist, braucht nicht zu retiriren. Es gibt, aus- ser Miſs Wardour, noch Mädchen genug in Schott- land, und von eben so guter Familie.“
Und besserem Ceschmacke!“ fügte der Onkel hinzu. Du hast Recht, Hektor, und ob ich gleich sagen muſs, dafs sie eins von den gebil- detsten und verständigsten jungen Mädchen ist, die ich gesehen habe, so muſs ich doch zweifeln, ob Du diese Vorzüge würdest zu schätzen wissen. — Eine hohe, in die Augen fallende Gestalt, mit zwey quer überliegenden Federn auf dem Kopſe


