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«ͥdenn Sie sind doch noch des Nachdenkens fä- hig, was in diesem Augenblicke ausserhalb mei- ner Kräfte liegt— Sie glauben also, dafs es mög- lich— das heifst nicht unmöglich sey, dafs mein Kind noch lebeb?“
«Allerdings bin ich der Meynung,“ entgegnete Oldbuck,«es scheint mir unmöglich, dafs Ihr Bruder ihm sollte ein Leid zugefügt haben, denn man kannte ihn wohl als lebenslustigen, dem Vergnügen ergebenen Mann, doch nicht als grau- sam oder unedel. Auch würd' er wohl, wenn er so was vorgehabt hätte, sich nicht selbst so um das Schicksal des Kindes bekümmert haben, als er es, wie ich Ihnen beweisen will, gethan hat.* 4 Mit diesen Worten öffnete Herr Oldbuck ein Schubfach in dem Schreibepulte seines Vorfahren Aldobrand, und zog ein Packet Papiere hervor, mit einem schwarzen Bande zusammengébunden, und überschrieben, wie folgt:«Verhöre u. s. w., augestellt von Jonathan Oldbuck, Friedensrich- ter, iiber den 18. Februar 17..»— Etwas wei- ter unten standen mit kleinerer Schrift die Worte: Eheu Evelina!“— Dem Grafen rollten die Thränen von den Wangen herab, während er vergeblich bemüht war, den Knoten aufzulösen, der diese Documente zusammenhielt.
*Es wäre doch wohl besser, Mylord,“ sagte Oldbuck, diese Blätter jétzt nicht zu lesen. Sie
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