7
ſtrong genannt, aber allgemeiner unter dem Namen Kni⸗ mont Willie bekannt, eingeſtellt. Dieſer Mann ritt auf der noͤrdlichen oder ſchottiſchen Seite des Ciddell, wo dieſer Strom England und Schottland ſcheidet, heim, als einige von den Englaͤndern, die ihm gram waren, oder durch ſeine Einfaͤlle gelitten hatten, einer ſolchen Verſuchung, ihn an⸗ zugreifen, nicht zu widerſtehen vermochten. Sie ſetzten daher üͤber den Fluß, verfolgten Kinmont Willie mehr als eine Meile auf ſchottiſchem Gebiete, nahmen ihn gefangen, und brachten ihn nach Carlisle Caſtle.
Als der Mann kuͤhn und entſchloſſen uͤber den an ſeiner Perſon veruͤbten Bruch des Waffenſtillſtands ſprach, und in entſchiedenem Tone frei gelaſſen zu werden verlangte, ſagte ihm Lord Scrope ſpottend:„ehe er das Schloß verlaſſe, müſſe er ihm„Lebewohl“ ſagen, womit er ſagen wollte, er werde nicht ohne ſeine Erlaubniß gehen duͤrfen. Der Gefan⸗ gene antwortete kühn:„er werde nicht gehen, ohne ihm eine gute Nacht zu ſagen.“
Der Lord von Buccleuch, der Graͤnzwaͤchter von Liddes⸗ dale war, verlangte Kinmont Millie's Freilaſſung, und be⸗ klagte ſich uͤber ſeine Gefangennehmung als über einen Bruch der Graͤnzgeſetze und einen ihm ſelbſt angethanen Schimpf. Lord Scrope weigerte ſich ſeinen Gefangenen auszuliefern, oder gebrauchte wenigſtens Ausflüchte. Buccleuch ſchickte ihm hierauf eine Ausforderung, die Lord Scrope, wegen ſeiner Anſtellung in dem oͤffentlichen Dienſte anzunehmen ſich wei⸗ gerte. Der ſchottiſche Anführer beſchloß daher, den Schimpf, den ſein Land, ſo wie er ſelbſt bei dieſer Gelegen⸗ heit erlitten hatte, durch Gewalt wieder gut zu machen. Er verſammelte unzefaͤhr dreihundert ſeiner beſten Leute und rückte zur Nachtzeit vor Carlisle Caſtle. Eine kleine Abthei⸗


