Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
Einzelbild herunterladen

75 warf, und nach allen Richtungen zerſtreute, nicht Stand zu halten vermochten. 3

Auf die Nachricht von Argyle's Niederlage zog der Koͤ⸗ nig ſelbſt mit einem kleinen Heere nach den Norden aus, und ſtellte die oͤffentliche Ruhe durch die Beſtrafun 13 der auf⸗ ruͤhreriſchen Grafen wieder her.

Wir haben fruͤher erwaͤhnt, daß in dieſen zigelloſen 3 Zei⸗ ten die Kinder ſogar ihre toͤdtlichen Fehden hatten, Waffen fuͤhrten, und dem blutigen Beiſpiele ihrer Vaͤter folgten. Folgendes Beiſpiel von ihrer fruͤhen Wild deit kam im Sep⸗ tember 1595 vor. Die Schuͤler der hohen Schule zu Edin⸗ burgh, die einen Streit mit ihren Lehrern in Betreff der Dauer ihrer Ferien hatten, beſchloſſen, ſich eine laͤngere Va⸗ kanz durch Gewalt auszuwirken. Sie nahmen daher von der Schule, nach jener aufrühreriſchen Art, die man in England Barring-out heißt, Beſitz, und widerſetzten ſich dem Eintritte ihrer Lehrer. Solche Thorheiten ſind anderswo in oͤſſentli⸗ chen Schulen oft vorgekommen; was aber den Knaben der Hochſchule zu Edinburgh beſonders eigen war, war der Um⸗ ſtand, daß ſie die Schule mit Schwerdt und Piſtolen ver⸗ theidigten, und als Baillie Mac Morran, eine der Magiſt⸗ rathsperſonen, den Befehl ertheilte, den Eingang zu erſtuͤr⸗ men, feuerten drei von den Schulknaben und toͤdteten ihn auf der Stelle. Keiner derſelben wurde beſtraft, weil man nicht ausmitteln konnte, welcher von ihnen der Thaͤter war, oder vielmehr weil zwei derſelben Soͤhne von Edelleuten wa⸗ ren. So theilte ſich der blutdürſtige Geiſt der Zeiten ſelbſt den Kindern mit.

um Jacob VI. Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, ſo that er alles Maͤgliche, um dieſen unheilvollen Bluiſcenen ein Ende zu machen. Es wurden kluge Geſetze geseben, um