51 Spitze ſeines zahlreichen Gefolges eilte, ſtand ihm ein alter, ziemlich ſchlecht gekleideter Mann in den Weg. Als Arran barſch an ihm vorbeiſtuͤrzte, hielt ihn der Mann an und ſag⸗ te,„blicken Sie mich an, Mylord— ich bin Oliver Sinc⸗ lair!“ Oliver Sinclair war, wie du dich erinnern wirſt, der Guͤnſtling Jacobs V., und hatte waͤhrend ſeiner Regie⸗ gierung eben ſo unumſchraͤnkt in Schottland geherrſcht, als Arran jetzt unter ſeinem Enkel, Jacob VI. Indem er ſich dem gegenwaͤrtigen Guͤnſtlinge in ſeiner vernachlaͤſſigten Lage zeigte, gab er Arran ein Beiſpiel von der Veraͤnderlichkeit der Hofgunſt. Die Lehre war ergreifend; aber Arran be⸗ nuͤtzte ſie nicht.
Seine Regierung wurde ſo unertraͤglich, daß die ver⸗ bannten Lords, im Jahre 1535, eine willkommene Aufnahme in Schottland fanden. Sie marſchirten an der Spitze von 10,000 Mann nach Stirling, und zwangen Jakob, ſie in ſeine Rathsverſammlungen aufzunehmen. Dadurch, daß ſie ihren Sieg mit Maͤßigung benützten, waren ſie im Stande, die Macht, die ſie auf dieſe Art erlangt hatten, zu behaup⸗ ten. Seines Grafenthums und ſeines durch unrechtmaͤßige Mittel erworbenen Vermoͤgens beraubt, und vom Hofe ver⸗ bannt, war Arran gezwungen, ein verborgenes und elendes Leben in den Wildniſſen des Nordweſtens von Ayrſhire aus Furcht vor der Rache ſeiner zahlreichen Feinde zu fuͤhren.
Das Schickſal, das er von ihrer Feindſchaft befuͤrchtete, traf ihn endlich. Als er nemlich im Jahre 1596 die Moͤg⸗ lichkeit, des Koͤnigs Gunſt wieder zu erlangen, ſah, oder zu ſehen glaubte, und noch dazu, wie man ſagt, den Worten einer muͤßigen Wahrſagerin traute, die behauptete, ſein
Kopf werde naͤchſtens hoͤher als je erhoben werden, wagte er
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