Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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49⁹ denen er wußte, daß ſie gegen ſeine gegenwaͤrtigen Maßregeln feindlich geſinnt waren, wurde er wegen ihrer Abſichten be⸗ ſorgt, und druͤckte den Wunſch aus, das Schloß zu verlaſ⸗ ſen. Die Edelleute gaben ihm zu verſtehen, daß man ihm

dieß nicht erlauben werde; und als Jacob aufſtand und nach J

der Thuͤre des Gemachs zuſchritt, ſtellte ſich Lord Lindſay, ein rauher, finſterer Mann, mit dem Ruͤcken gegen dieſelbe, und noͤthigte ihn zuruͤckzukehren. Dief gekraͤnkt durch dieſe Handlung perſönlicher Gewaltthaͤtigkeit, brach der Koͤnig in Chraͤnen aus.„Laßt ihn weinen,“ ſagte Lord Lindſay in wildem Tone;„beſſer Kinder weinen, als baͤrtige Maͤnner.““ Dieſe Worte praͤgten ſich dem Herzen des Koͤnigs tief ein, auch vergaß oder verzieh er ſie nie.

Die aufruͤhreriſchen Lords bemaͤchtigten ſich der Regie⸗ rung, und verbannten den Herzog von Lennox nach Frank⸗ reich, wo er aus Herzeleid über ſeine veraͤnderte Gluͤckslage ſtarb. Jakob rief nachmals ſeinen Sohn nach Schottland zuruͤck, und uͤbertrug ihm das Vermoͤgen und die Wuͤrden ſeines Vaters. Arran, der weit ſchlechtere Guͤnſtling des Koͤnigs wurde ins Gefaͤngniß geworfen und enge bewacht. Der Koͤnig ſelbſt, der ſich, gleich ſeinem Großvater Jakob V., als er in den Haͤnden der Douglas war, in einen Zu⸗ ſtand von Gefangenſchaft verſetzt ſah, richtete ſich nach Zeit und Umſtaͤnden und erwartete eine Gelegenheit zur Flucht ab. Seine Wachen beſtanden aus hundert Edelleuten, und ihr Befehlshaber, der Oberſt Stewart, ein Verwandter des eingekerkerten Arran, ließ ſich leicht bewegen, die Wuͤnſche des Koͤnigs zu erfuͤllen.

In der Abſicht, ſeine Freiheit wieder zu erlangen, mach⸗

W. Scott's Werke, XlX, 4

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