Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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36 Einfaͤlle, fand zwiſchen den Graͤnzbewohnern auf beiden Sei⸗ ten eine Art Bekanntſchaft ſtatt, jener aͤhnlich, welche zwi⸗ ſchen den Vorpoſten zweier ſtreitenden Heere ſtatt hat.

Waͤhrend dieſes friedlichen Verkehrs auf beiden Seiten entſtand ein Streit zwiſchen den beiden Graͤnzhuͤtern. Car⸗ michgel verlangte naͤmlich die Auslieferung eines Freibeuters, für welchen Foſter, auf der andern Seite, nicht verantwort⸗ lich ſeyn wollte. Sie erhoben ſich beide von ihren Sitzen, als der Streit heiß wurde, und Sir John Foſter ſagte Carmi⸗ chael verachtlich, er ſolle ſich mit Seinesgleichen meſſen. Die engliſchen Graͤnzbewohner erhoben alsbald ihr Kriegsgeſchrei, „Herbei Lynedale,“ und ſchoſſen, ohne weitere Umſtaͤnde, ei⸗ neu Hagel von Pfeilen unter die Schotten, die, geringer an Zahl und uͤberraſcht, kaum im Stande waren, ihren Platz zu dehaupten. Ein Haufe von Buͤrgern aus Jedburgh kam noch zeitig genug, um ſeine Landsleute zu unterſtuͤtzen. Da die meiſten von ihnen Feuergewehre hatten, ſo verlor der alte engliſche lange Bogen ſeine fruͤhere Ueberlegenheit. Nach ei⸗ nem hitzigen Gefechte mußten die Englaͤnder das Schlachtfeld raͤumen. Sir John Foſter und viele von den engliſchen Edel⸗ leuten, die gefangen genommen wurden, überlieferte man dem Regenten Morton, um uͤber ſie nach Belieben zu verfuͤ⸗ gen. Sir Georg Heron von Chipchaſe und andere Perſonen von Stand wurden getoͤdtet.

Das Mißfallen der Koͤnigin Eliſabeth fuͤrchtend, bſchon die Englaͤnder der beleidigende Theil geweſen waren, behan⸗ delte Morton die Gefangenen mit Auszeichnung, und entließ ſie nicht bloß ohne Loͤſegeld, ſondern auch mit Geſchenken an Falken und andern Zeichen von Hochachtung.„Werdet ihr nicht gut hehandelt?“ ſagte ein Schotte zu einem von dieſen