Teil eines Werkes 
99. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 5. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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30 Mitten in dieſer Verwirrung rief jede Partei ein Par⸗ lament zuſammen, dem bloß die Lords, die auf ihrer Seite ſtanden, beiwohnten. Das Parlament der Koͤnigin trat in

Edinburgh, unter dem Schutze des Caſtells und ſeines Gou⸗

verneurs Kirkaldy, zuſammen. Die Partei des Koͤnigs hatte eine weit zahlreichere Verſammlung, und nahm, in Stirling,

wo ſie den Koͤnig vorfuͤhrten, um ihre Beſchluͤſſe zu bekraͤfti⸗ gen, dieſelbe Benennung an. Der Knabe bemerkte einen Riß in dem Deppiche, womit der Diſch bedeckt war, an welchem

die Schreiber ſaſſen, und bemerkte mit natuͤrlichem Kinder⸗

ſinn,es ſey ein Loch in dem Parlamente. An dieſe Wor⸗

te erinnerte man ſich nachher, als an eine Art Prophezeiung

des folgenden ſonderbaren Ereigniſſes.

Kirkaldy erdachte ein Unternehmen, das wenn es gegluͤckt waͤre, den Verhandlungen des Parlaments des Koͤnigs, ja dem Buͤrgerkriege ſelbſt, ein Ziel geſetzt haben wuͤrde. Er

berief Buecleuch und Fairnyherſt, die bereits als eifrige An⸗

haͤnger Maria's erwaͤhnt worden ſind, zu ſich, und bat ſie, eine ſtarke Abtheilung ihrer beſten Reiterei zu bringen. Zu ihnen ließ er den Lard Claud Hamilton mit einer Abtheilung Fußvolk ſtoſſen. An die Spitze der ganzen Macht wurde ein gewiſſer Bell geſtellt, der die Stadt Stirling kannte, da er ein Eingeborner dieſes Platzes war. Er fuͤhrte den Trupp, der aus ungefaͤhr fuͤnfhundert Mann beſtand, in die Mitte der Stadt, ohne daß ſie auch nur ein Hund anbellte. Dann machten ſie Laͤrmen und riefen,Gott und die Koͤnigin!

Denkt an den Erzbiſchof von St. Andreas! Alles iſt unſer!

In Folge der Befehle, die ſie erhalten hatten, ſchiekten ſie Abtheilungen ihrer Mannſchaf nach den verſchiedenen Haͤu⸗ ſern, welche die koͤniglichgeſinnten Lords in Beſitz genommen hatten, und machten ſie ohne Widerſtand zu Gefangenen,