Teil eines Werkes 
98. Band, Erzählungen eines Großvaters aus der schottischen Geschichte : 4. Theil (1828) Tales of a grandfather
Entstehung
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29 koͤſtlichſten Gewuͤrze und Weine. Der italieniſche Geſandte war hoͤchlich erſtaunt, unter Felſen und Einoͤden, die ihm das Ende der Welt zu ſeyn ſchienen, eine ſo gute Wohnung und ein ſo herrliches Gaſtmahl zu finden. Was ihn aber am meiſten in Staunen ſetzte, war der Umſtand, daß die Hochlaͤnder das hoͤlzerne Schloß in Brand ſteckten, ſobald die Jagd voruͤber und der Koͤnig im Begriff war, abzureiſen. „Dieß iſt die beſtaͤndige Gewohnheit unſerer Hochlaͤnder,“ ſagte Jakob zu dem Geſandten;„ſo gut ſie auch die Nacht uͤber logirt ſeyn moͤgen, ſo verbrennen ſie doch ihre Wohnung ſtets, ehe ſie ſie verlaſſen.“ Dadurch deutete der Koͤnig die raͤuberiſche und geſetzloſe Lebensart dieſer Bergbewohner an.

Die Regierung Jakob's v. zeichnete ſich nicht bloß durch ſeine perſoͤnlichen Abenteuer und Zeitvertreibe aus, ſondern auch durch weiſe Geſetze, die er zur Regierung des Volks, und zur Unterdruͤckung der Verbrechen und Gewaltthaͤtigkei⸗ ten gab, die haͤufig unter demſelben veruͤbt wurden, und die beſonders in Mordthaten, Brandſtiftungen und dem Wegtrei⸗ ben des Viehes beſtanden, den gewoͤhnlichen und ſchnellen Mitteln, wodurch große Maͤnner ſich an ihren Lehensfeinden raͤchten.

Zur Entſcheibung buͤrgerlicher Rechtsfragen erfand und errichtete Jacob V. das ſogenannte Juſtizkollegium, welches der hoͤchte Gerichtsdof Schottlands in bärgerlichen Angele⸗ genheiten war. Es beſtand aus vierzehn Nichtern und einem Praſidenten, welche Proceſſe hoͤrten und entſchieden. Einer gewiſſen Anzahl gelehrter Manner, welche die Geſetze ſtudirt hauen, ward die Augabe, die Sache derer zu vertheidigen, welche Proceſſe vor dieten Richtern hatten, die das, nach ei⸗ nem Voiksausdrucke ſogenannte, Seſſonsgericht(Gourt of Session) bildeten. Dieſe NMaͤnner hießen Adyokaten; und dieß