169 Morion sah die Reihen der Feinde bereits am rechten Ufer des Flusses erscheinen„ und auf die Brücke losrücken; er erhob die Stimme so sehr er konnte, und mit der Hand hinweisend, rief er:«Still mit Eurem unsinnigen Geschrey; dort ist der Feind! Unser Leben hängt davon ab, dals wir die Brücke behaupten; unser Leben und die Hoſfnung, unsre Gerechtsame und unsre Frey- heiten wieder zu gewinnen. Ein Schottländer wenigstens soll für ihre Vertheidigung sterben. Wer sein Vaterland liebt, folge mir!
Aller Blicke hatten sich nach der Gegend ge- richtet, nach welcher er zeigte. Der Anblick der glänzenden Reihen des Fufsvolks, dem viele Reitergeschwader folgten, der Kanonen, die ge- gen die Brücke zu richten die Artilleristen emsig beschäftigt waren, und der langen Truppenreihen, die den Angriff unterstützen sollten, machte auf einmal das aufrührerische Geschrey verstummen, und erregte eine solche Bestürzung, als ob es eine unerwartete Erscheinung, und nicht weit mehr das Ereigniſs gewesen, dem sie hätten entgegen schen sollen. Sie stierten sich einander und ihre Führer an, mit Bloken, wie sie ein Kranker umher wirft, wenn ex, erschöpft nach cinem Anfalle von Fieberwahnsinn, wieder zu sich selbst kommt. Als aber Morton, von der Bühne springend, nach der Brücke zueilte, folg-


