37 — Alles war sehr sorgfällig bereitet worden, da- mit sie sich zu ihrem Vortheile zeige.
Aber die Fülle dichter Locken, die sich unter ihrem Hute vordrängten, und nur durch ein grünes Band verhindert wurden, ihr über die Schultern zu wallen, ihre Züge, sanft und jung- fräulich, aber nicht ohne einen gewissen Aus- druck lieblicher Schalkhaftigkeit, welche ihre Zartheit vor dem Vorwurf der Geistlosigkeit schützte, den man bisweilen Blondinen und plauäugigen Schönen macht— alles dies zog die. Bewunderung der Jünglinge mehr auf sich, als der Glanz ihres Anzuges, oder die Gestalt ihres Rosses.
Das Gefolge dieser vornehmen Dame war, da es nur aus zwey Dienern zu Pferde bestand, ihrer Herkunft und der Sitte jener Zeiten keinesweges angemessen. Der Grund war aber, daſs die gute alte Dame sich genöthigt geschen hatte, alle ihre männlichen Dienstboten zur Musterung zu schik- ken, um die Mannschaft vollzählig zu machen, die ihre Herrschaft bey dieser Gelegenheit stellen muſste, worin sie um alles in der Welt nicht hätte zurückbleiben mögen. Der alte Verwalter, der in stählerner Pickelhaube und Reiterstiefeln ihr Häuflein anführte, hatte Blut geschwitzt, wie er sagte, unter der Arbeit, alle Bedenklichkeiten und Ausflüchte der Pächter zu besiegen, welche in solchen Pällen Mannschaft, Pferde und Ge-


