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versteht, die Küh' und Pferde zu kurieren, und mehr alte Lieder und Mährchen im Kopf hat, als irgend Jemand, und alle Leute froh macht, wohin er kommt! Nein, wahrlich, liebes Fräu- lein, ich kann mein eigentliches Berufsgeschäft nicht aufgeben— das ganze Land würde darun- ter leiden.*
«Nun, Adam, wenn Ihr eine so feste Meynung von Eurer Wichtigkeit hegt, dals selbst die Aus- sicht auf ein unabhängiges Leben sie nicht er- schüttern kann, so—»
„Nein, Fräulein, so wie jetzt leb' ich unab- hängiger. Ich bitt in jedem Hause nur um ein Oericht, oder auch nur um einen Bissen; wird's mir hier abgeschlagen— je nun, so bekomm' ich's dort. Und so kann ich wohl sagen, daſs ich nicht von einem Einzelnen abhängig bin, sondern vom ganzen Lande.
So gebt mir wenigstens das Versprechen, mir Nachricht zu ertheilen, wann Ihr Euch in Ruhe zu setzen wünscht; wenn Ihr älter werdet und nicht mehr im Stande seyd, im Lande umherzu- wandern. Nehmt einstweilen dies.“
«Nein, mein Fräulein; viel Geld auf einmal darf ich nicht nehmen, das ist gegen unsre Re- gel; und dann— es ist zwar nicht höflich, so was nachzusagen— aber es geht das Gerede: das Geld möchte auch wohl nach und nach rar


