sich ihr Vater befände, der zwar nicht unpäſslich, aber so müde war, dafs er das Zimmer hüten wollte.
Mit unangenehmen Empfindungen warf Isabella einen Rückblick auf die Ereignisse des vorigen Tages. Sie verdankte ihres Vaters Leben, wie ihr eigenes demjenigen, dem sie unter allen An- dern am wenigsten verbunden zu seyn wünschte, weil sie selbst kaum gewöhnliche Dankbarkeitihm ausdrücken konnte, ohne Hoffnungen aufzuregen, die für Beyde hätten verderblich werden können.
«Warum trifft mich das Loos,“ sagte sie zu sich selbst,«dafs mir diese Wohlthaten, mit so viel eigener Gefahr verbunden, von einem Manne erzeigt werden, den ich von seiner Leidenschaft zurückzuschrecken unabläfsig bemüht war. Wa- rum muſste ihm der Zufall diesen Vortheil über mich geben? Warum— ach! warum muſs ein halbunterdrücktes Gefühl in meinem Busen, mei- ner ruhigen Vernunft zum Trotze, doch eine Art von Freude wecken, daſs es ihm gelungen ist? Wüährend sich Isabelle diese Vorwürfe machte, kam, statt ihres jungen Reitters, déssen Anblick sie fürchtete, der alte Bettler die Allee herauf, welcher in dem Schauspiel des vorigen Abends cine so bedeutende Rolle gespielt hatte.
Sie klingelte nach dem Kammermädchen und sagte:«Führt den alten Mann herauf.*
Das Mädchen kam nach einigen Minuten wie-


