199 ich Ihnen meine Streitschrift über Ossian's Ge- dichte gegen Mac-Cribb zeigen? Er gehört zu den Verfechtern der Aechtheit; ich bin dagegen. Un- ser Streit fing mit sanften, milden— ich möchte sagen, jungferlichen Worten an; nach und nach wurde er aber immer bitterer und heftiger, und nun sind wir fest in den Styl des alten Scaliger*) gerathen. Ich fürchte der alte Schalk wird su- chen, hinter Ochiltree's Geschichte zu kommen; aber im schlimmsten Fall hab' ich eine tüchtige Antwort für ihn wegen der entschwundenen An- tigonus-Münze. Ich will Ihnen seinen letzten Brief, und meine Antwort zeigen— er ist eine Windfahne!*
Mit diesen Worten öffnete der Alterthumsfor- scher eine Schublade, und suchte unter einer Menge alter und neuer Schriften umbher. Aber es ging ihm leider so, wie es vielen Celehrten und Ungelehrten geht; er fühlte den embarras des richesses, wie’s Moliere nennt, das heiſst, mit andern Worten: er konnte, bey dem Reich- thum seiner Sammlung, das, was er eben suchte, nicht finden.
„Die verwünschten Papiere!“ rief er, indem er darin herumstöberte;«man sollte glauben, sie
*) Ein berühmter Philol und Critiker(geb- 1540⸗ gest. 1609), der wegen der heltigen und wegwerfen- den Art, mit der er seiae Gcgner behandelte, zum Sprüchwort geworden ist. A. d Uebers-


