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ſchoͤnerem Charakter erſetzt wurden, in jüngern Tagen doch noch manche Gläubige für ſich behielten.
Einer der merkwürdigſten Jünger dieſer vergeſſenen und ver⸗ achteten Wiſſenſchaft war ein nun verſtorbener Profeſſor der Ta⸗ ſchenſpielerkunſt. Man ſollte denken, daß eine Perſon dieſes Ge⸗ werbes, eben weil ſie die tauſend Wege kennt, wie ſich menſchliche Augen betrügen laſſen, weit weniger als Andere den abergläubi⸗ ſchen Phantaſien unterworfen ſein ſollte. Vielleicht verleitete die gewöhnliche Anwendung jener abſtruſen Calculationen, mit wel⸗ chen, auf eine für den Künſtler ſelbſt überraſchende Weiſe, viele Kar⸗ tenkunſtſtücke und dergleichen vollbracht werden, dieſen Herrn, die Combination der Geſtirne und Planeten zu ſtudiren, in der Hoff⸗ nung, prophetiſche Mittheilungen zu gewähren.
Er brachte ein Schema ſeiner eigenen Nativität zuſammen, welches nach denjenigen Kunſtregeln berechnet war, die er aus den
beſten aſtrologiſchen Schriftſtellern zu ſammeln vermochte. Was
nun die Vergangenheit betraf, ſo fand er Alles mit dem überein⸗ ſtimmend, was ihn bisher betroffen hatte, aber in dem wichtigen Proſpekt des Zukünftigen zeigte ſich eine ſeltſame Schwierigkeit. Zwei Jahre waren es, für deren Verlauf er durchaus nicht zu erfor⸗ ſchen im Stande war, ob das Subject des Schema's darin todt oder lebend ſein werde. Beſorgt über einen ſo merkwürdigen um⸗ ſtand, gab er das Schema einem andern Aſtrologen, der auf gleiche Weiſe in die Klemme gerieth. Zu einer gewiſſen Zeit fand er den Gebornen oder das Subjekt mit Beſtimmtheit lebend, zu einem zweiten Zeitpunkte hingegen fand er, daß derſelbe ganz gewiß todt ſein werde; aber ein Zeitraum von zwei Jahren dehnte ſich zwi⸗ ſchen dieſen beiden Terminen, für welchen man keine Gewißheit in Bezug auf Tod oder Leben des betreffenden erlangen konnte.
Der Aſtrolog bemerkte den ſeltſamen umſtand in ſeinem Tage⸗ buche und ſetzte ſeine öffentlichen Vorſtellungen in verſchiedenen


