Teil eines Werkes 
7. Band (1851) Guy Mannering oder: Der Astrolog : ein Roman / von Walter Scott ; neu übersetzt von Oelckers
Entstehung
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Krankheiten die Form religiöſer Verzweiflung annehmen. Noch immer war der Jüngling ſanft, gefällig, liebreich und ſeines Va⸗ ters Willen gehorſam; mit aller Macht leiſtete er den düſtern Ein⸗ gebungen Widerſtand, welche, wie es ſchien, ihm durch eine Ema⸗ nation des böſen Princips eingeflüſtert wurden, ihn, gleich Hiobs gottloſem Weibe, ermahnend, Gott zu ſegnen und zu ſterben.

Die Zeit kam endlich heran, wo er die Reiſe(die damals noch für lang und gefährlich galt,) zum Hauſe ſeines frühzeitigen Freun⸗ des antreten ſollte, der ſeine Nativität berechnet hatte. Sein Weg führte ihn durch mehrere intereſſante Orte und er ward durch Un⸗ terhaltung des Reiſens mehr erfreut, als er es ſelbſt für möglich gehalten hatte. Er erreichte daher den Ort ſeiner Beſtimmung nicht eher, als um die Mittagszeit des Tages, der ſeinem Geburts⸗ tage vorherging. Es ſchien, als ſei er in einer ungewohnten freu⸗ digen Aufregung hinweggegangen, als wolle er gewiſſermaßen das⸗ jenige vergeſſen, was ihm ſein Vater in Bezug auf den Zweck ſeiner Reiſe mitgetheilt hatte. Endlich machte er vor einem anſehnlichen, aber einſamen alten Hauſe Halt, welches ihm als der Wohnſitz des Freundes ſeines Vaters bezeichnet war.

Die Bedienten, welche ſein Pferd in Empfang nahmen, er⸗ zählten ihm, daß er bereits ſeit zwei Tagen erwartet worden ſei. Er ward in ein Studierzimmer geführt, wo ihn der Fremde, jetzt ein ehrwürdiger alter Mann, der ſeines Vaters Gaſt geweſen war, mit einem Schatten von Mißfallen und Ernſt im Geſicht, empfing. Junger Mann, ſagte er,warum ſo langſam auf einer ſo wichtigen Reiſe!Ich glaubte, erwiederte der Gaſt errö⸗ thend,es ſei nichts Arges, wenn ich langſam reiſte und meine Wißbegier befriedigte, da ich eure Wohnung ja doch bis zu dieſem Tage erreichen konnte; denn ſo lautete meines Vaters Auftrag. Es wäre zu tadeln, entgegnete der weiſe Mann,daß du ge⸗