105 als Euch, weil er nicht ſo gutherzig war, wie Ihr. Baſe Anna iſt jetzt auf dem Geierſtein unter meines Vater Vormundſchaft, und Ihr wißt, König Arthur, wir nannten ſie immer die Königin.“
„Eine große Thorheit,“ verſetzte Arthur.
„Aber ebenſo wahr,“ entgegnete Sigmund,„denn ſeht, ich erzählte Annen gern von der Jagd und der⸗ gleichen, aber ſte hörte nicht darauf, bis ich von König Arthur zu ſprechen anfteng, und dann ſaß ſie ſo ſtille wie eine Henne, die ihre Küchlein unter den Flügeln hat, und über ſich den Habicht kreiſen ſieht. Da jetzt Rudolph todt iſt, ſo könnt Ihr meine Baſe heirathen, es wird Euch Niemand in den Weg treten.“
Arthur erröthete freudig unter ſeinem Helme und erwiederte ſo gleichgültig, als es ihm möglich war,
„Ihr vergeßt, daß man mich in Eurem Lande wegen „Rudolphs Tod ſcheel anſehen würde.“
„Durchaus nicht,“ entgegnete Sigmund,„wir tra⸗
gen nicht nach, was im ehrlichen Kampfe geſchehen iſt. Es iſt gerade, wie wenn Ihr ihn im Kampfſpiele über⸗ wunden hättet, nur daß ſich dieſes Spiel nicht wie⸗ derholen läßt.“ Unnter dieſem Gefpräche ritten ſie in Nancy ein, wo die Fenſter mit Teppichen behängt, und die Straßen mit fröhlich lärmenden Menſchen gefüllt waren, die der Sieg von der, Furcht vor Karls Rache befreit hatte.
Der Landammann empſteng die Gefangenen ſehr gü⸗ tig, und verſicherte ſie ſeines Schutzes und ſeiner Freund⸗


