Teil eines Werkes 
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
Entstehung
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Der Herzog dankte ihm aufrichtig, und behielt die Offiziere bis an den Abend in ſeinem Zelte. Sein Benehmen ſchien Arthur leutſeliger, als bisher, und erinnerte ſeinen Vater an fruͤhere Tage, wo ſie ihren Freundſchaftsbund ſchloſſen, ehe unumſchraͤnkte Gewalt und graͤnzenloſes Gluͤck Karls ungeſtuͤmmem, aber nicht unedlen Sinn eine andere Richtung gegeben hat⸗

ten. Der Herzog ließ Speiſen und Wein unter die Soldaten vertheilen, erkundigte ſich genau, ob ſie gut unterbracht ſeyen, und fragte nach den Verwunde⸗ ten und Kranken. Er erhielt auf Alles dieß unbe⸗ friedigende Antwort, und ſagte leiſe zu einigen ſei⸗ ner Raͤthe:Waͤren wir nicht durch unſern Schwur gebunden, ſo verſchöben wir unſer Vorhaben bis auf den Fruͤhling, wo unſere Soldaten weniger zu leiden haͤtten.

Sonſt zeigte ſich in dem Benehmen des Herzogs nichts Auffallendes, außer daß er mehrere Male nach Campo Baſſo fragte, bis man ihm endlich ſagte, er ſey unwohl, der Arzt habe Ruhe verordnet, weßwe⸗ gen er zu Bette gegangen ſey, um bei Tagesanbruch wieder zum Dienſt tauglich zu ſeyn.

Der Herzog bemerkte nichts uͤber die Entſchuldigung, die er als Ausrede von dem Italiener betrachtete, um nicht mit Orford zuſammenzukommen, und ent⸗ ließ ſeine Gaͤſte eine Stunde vor Mitternacht.

Als Orford und ſein Sohn wieder in ihrem Zelte angelangt waren, verfiel der Graf in tiefes Sinnen, das gegen zehn Minuten dauerte. Endlich fuhr er

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