8⁰ er ſeine Truypen halten ließ, und allein mit eingeleg⸗ ter Lanze langſam auf ihn zuritt. Eine ſolche Ausfor⸗ derung in dieſem Angenblicke anzunehmen, war gefähr⸗ lich, aber ihr auszuweichen, ſchimpflich, und während Arthur's Herz höher ſchlug bei dem Gedanken, einen übermüthigen Nebenbuhler zu züchtigen, war es ihm erwünſcht, daß er bei dieſer Art des Kampfs durch ſeine Erfahrung, die er im Turniere erlangt, einen Vortheil vor dem Schweizer voraus hatte.“ nan Mit vorgehaltenen Schilden rannten ſie gegen ein⸗ ander. Rudolphs Lanze glitt an Arthurs Helme ab, die des Letztern aber, gerade auf die Bruſt ſeines Geg⸗ ners gerichtet, drang nicht nur durch den Schild, ſon⸗ dern auch durch den Harniſch und das Panzerhemd, und wurde nur erſt durch das Rückenſtück aufgehalten. Ru⸗ dolph ſank vom Pferde, wälzte ſich einige male auf dem Boden, den er im Todeskampf mit den Händen auf⸗ wühlte, und blieb todt auf dem Platze. 15 f Unter den Reitern, die Rudolph angeführt hatte, erhob ſich ein wüthendes Geſchrei, und viele legten ſchon die Lanze ein, um ihn zu rächen, aber Ferrand von Lothringen, der ſelbſt unter ihnen war, befahl ihnen, den Sieger nur gefangen zu nehmen, ohne ihm ein Leid zuzufügen. Dieß geſchah, denn Arthur ſah ſich den Rückzug abgeſchnitten, und Widerſtand würe Tollkühnheit geweſen. G Als er vor Ferrand geführt wurde, ſchlug er das Helmgitter auf und ſagte:„Iſt's recht, Herr, einen Ritter zum Gefangenen zu machen, weil er ſeine Pflicht
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162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
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