49 8 rand von Lothringen mit erneuerter Wuth fort. Gegen die Mitte des Sommers hatte Karl ein neues Heer von mehr als 60,000 Mann mit 150 Kanonen geſam⸗ melt, um einen Einfall in die Schweiz zu machen. Die Schweizer dagegen, die ſich jetzt für beinahe un⸗ überwindlich hielten, brachten mit leichter Mühe 50,000 Mann auf die Beine, und riefen ihre Verbündeten, die freien Städte am Rhein, zu Hülfe, die eine ſtarke Reiterſchaar zu ihnen ſtoßen ließen. Die erſten Ver⸗ ſuche Karls fielen glücklich aus. Er überſchwemmte mit ſeinen Truppen das Waadtland, und eroberte die meiſten Plätze wieder, die er nach der Schlacht bei Granſon verloren hatte, ſtatt aber zu verſuchen, ſich eine wohlvertheidigte Gränze zu ſichern, oder, was noch klüger geweſen wäre, mit ſeinen furchtbaren Nach⸗ barn auf billige Bedingungen Frieden zu ſchließen, nahm er den Plan wieder auf, ins Herz der Alpen einzudringen, und die Schweizer in ihren Gebirgsfeſten zu züchtigen, da ihn doch die Erfahrung hätte belehren ſollen, wie gefährlich, ja wie verzweifelt ein ſolches Unternehmen ſey. Als daher Oxrfort und ſein Sohn im Sommer nach Air zurückkamen, erfuhren ſie, daß Karl bis Murten, am See gleiches Namens und am Eingange der Schweiz gelegen, vorgerückt ſey, wo der Ritter Adrian von Bubenberg, ein ergrauter Kriegs⸗ mann aus Bern befehligte, und ſich, im Vertrauen auf die nahe Hülfe, hartnäckig vertheidigte. Dem Grafen ahnte beim Empfang dieſer Nachrichten nichts Walter Scott's Werke. 1628 Boͤchn. 4
Teil eines Werkes
162. Bändchen = Neue Folge, 12. Bändchen, Karl der Kühne, oder: Die Tochter des Nebels : historische Novelle : 6. Theil (1830) Anne of Geierstein or The maiden of the mist
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